Orte

Im Folgenden werden Pariser Orte in Wort und Bild vorgestellt, die auf verschiedene Weisen mit Eugène Ionesco in Beziehung stehen. Die französische Metropole bietet noch heute die Möglichkeit, auf den Spuren des großen Dramatikers zu wandeln - von der Eingangstür der letzten Wohnung über das noch heute lebendige Théatre de la Huchette bis hin zu Eugène Ionescos letzter Ruhestätte.

Théâtre de la Huchette

Auch nach dem Tode Eugène Ionescos lebt das "Spectacle IONESCO" weiter. Am intensivsten kann man den Esprit, die Botschaft der Stücke Ionescos in einem kleinen Theater im Pariser Quartier Latin spüren. Das Théâtre de la Huchette wurde 1948 unter der Leitung von George Vitaly eingerichtet, um dort Stücke von Schehadé, Kataiev, Bréal und Audiberti aufzuführen. 1952 erging die Erlaubnis durch den nachfolgenden Marcel Pinard, dort Genêt, Lorca, Tourgueniev, Ionesco und Tardieu zu präsentieren. Das Théâtre de la Huchette wurde das Theater Eugène Ionescos. Am 7. Oktober 1952 (bis zum 26. April 1953) wurden dort erstmalig die beiden Stücke "La Cantatrice chauve" und "La Leçon" hintereinander aufgeführt. Die Wiederaufnahme der beiden Stücke im 85 Plätze bietenden Théâtre de la Huchette erfolgte am 16. Februar 1957. Bis zum heutigen Tage werden sie ohne Unterbrechung aufgeführt. Gegen Ende des Jahres 1987 wurde bereits die 10.000. Vorstellung gegeben. 1979 stellt das Théâtre de la Huchette einen neuen Weltrekord auf: Ununterbrochene Aufführung von "La Cantatrice chauve" und "La Leçon" seit mehr als 22. Jahren. Der bis dato gültige Rekord von 22 Jahren wurde gehalten von Agatha Christie ("Die Mausefalle").

Adresse des Théâtre de la Huchette:
23, rue de la huchette, 75005 Paris

Pariser Wohnung

Bis zu seinem Tode im Jahre 1994 lebte Eugène Ionesco in einer Wohnung auf dem Boulevard du Montparnasse in Paris. Auch das Interview mit Ulrich Wickert wurde überwiegend in dieser Wohnung geführt. Das Foto zeigt das Eingangsportal des Hauses am Boulevard du Montparnasse, unweit der Brasserie La Coupole.

La Coupole

Die Pariser Brasserie La Coupole liegt ganz in der Nähe der letzten Wohnung Eugène Ionescos auf dem Boulevard du Montparnasse. In seinem Buch "Und Gott schuf Paris" schreibt Ulrich Wickert auf Seite 75: "Auch Eugène hat sein Fäßchen, und vielleicht auch ein bißchen von dem Rodicas, in La Coupole geleert." Auch Hemingway, Sartre, Picasso und Dalí wurden bereits vom Gründer und langjährigen Besitzer René Lafon bedient. Zwar schreibt Ulrich Wickert, dass nach dem Wechsel des Besitzers auch La Coupole das Geld mit dem Massentourismus macht und es Eugène Ionesco dort zu laut wurde. Aber ein Besuch der Brasserie lohnt sich schon wegen des bereits seit der Gründung im Jahre 1927 beliebten und mittlerweile legendären Lammcurry des Hauses (Curry d'Agneau).

Adresse: 102, bd du Montparnasse, 75014 Paris

Letzte Ruhestätte

Nach seinem Tod Ende März 1994 wird Eugène Ionesco auf dem Pariser Friedhof Montparnasse (Cimetière de Montparnasse) begraben. Hier ruht seit 2004 auch seine Frau Rodica. Das Grab ist auf dem Friedhof auf der Allée Lenoir, 6. Divison zu finden.

Eugène Ionescos letzte Botschaft auf dem Grabstein: "Prier le Je Ne Sais Qui - j'espère: Jésus-Christ." Frei übersetzt: Ich bitte den 'ich weiß nicht wer' - ich hoffe: Jesus Christus.

Foto: 21.03.2007