"Ich hoffe auf den finalen Sieg der Mächte des Guten."

– Eugène Ionesco, Le Figaro, 3. Dezember 1993

Zitate

Ich habe Kollektivwahrheiten immer misstraut. Ich glaube, eine Idee ist wahr, wenn sie sich noch nicht durchgesetzt hat; im Augenblick der allgemeinen Bestätigung wird sie maßlos. In dem Augenblick beginnt der Missbrauch, die Bejahung der Idee wird übertrieben, und dadurch wird sie verfälscht.

Heutzutage ... verwischt sich die Person mit der Funktion, vielmehr ist die Person versucht, sich mit der Funktion ganz zu identifizieren. Nicht so, dass die Funktion ein Gesicht erhielte, sondern der Mensch entmenschlicht sich, verliert sein Gesicht.

Im Grunde stehe ich vor dieser Welt wie vor einem undurchsichtigen Klotz und habe den Eindruck, nichts, aber auch gar nichts zu verstehen und dass es nichts zu verstehen gibt.

Wir sind Gefangene sowohl unserer Kulturen als auch unserer Organisationsformen, und es gilt, danach zu suchen, ob es, wenn überhaupt, jenseits davon tiefere Wahrheiten gibt.

Stücke werden nicht von Autoren geschrieben, sondern von kommenden Generationen. Ich kann nicht voraussagen, ob meine Sensibilität und die der späteren Generationen übereinstimmen wird. Die späteren Generationen schreiben immer ein Stück, das auf dem des Dramatikers fußt, aber auf viele Arten vom ursprünglichen Werk abweicht.

Nicht zu denken wie die anderen bringt einen in eine unangenehme Situation. Nicht zu denken wie die anderen, das heißt einfach, dass man denkt.

Ich bitte den 'ich weiß nicht wer' - ich hoffe: Jesus Christus.

Eugène Ionesco Letzte Worte auf dem Grabstein Eugène Ionescos, Friedhof von Montparnasse

Wozu dient das Altern?

Eugène Ionesco Letzte veröffentlichte Gedanken in Le Figaro vom 14. März 1994

Fantasie ist nicht Ausflucht. Sich etwas vorstellen, das heißt eine Welt bauen, eine Welt erschaffen.

Eugène Ionesco Bekenntnisse, Nach Gesprächen aufgezeichnet von Claude Bonnefoy, Arche, 1969, Seite 84.

Als ein Großmeister der Kritik mich fragte, warum ich nicht ernst sei, antwortete ich, dass die Literatur nicht ernst ist und dass ich zu ernst sei, um sie ernst zu nehmen.

Eugène Ionesco Aus "Découvertes"

Der Alltag ist eine graue Decke, darunter ist die Jungfräulichkeit der Welt verborgen.

Eugène Ionesco Bekenntnisse, Nach Gesprächen aufgezeichnet von Claude Bonnefoy, Arche, 1969, Seite 27

Ich hoffe auf den finalen Sieg der Mächte des Guten.

Eugène Ionesco Le Figaro, 3. Dezember 1993

Ionesco hat nicht nur eine Form des Theaters erfunden, worin Personen, Sprache, Dekor, Requisiten sich durch eine neue Funktion angereichert haben. Er hat auch seinen Zuschauer erfunden.

Jean Selz "Lettres Nouvelles", März 1959

Die Bilderschrift, die Ionesco findet, findet er nur, weil er ganz Kind seiner Zeit ist. Ionescos Bilderschrift verdient es, dass man sie ernst nimmt, sie nicht als Spielerei eines berühmten Mannes beiseite schiebt. Wahrheit hat nicht nur viele Gesichter, sie schreibt auch mit ganz verschiedenen Mitteln.

Jean Selz Doris Schmidt in der Süddeutschen Zeitung vom 23. März 1983

Warum dieser böse, verächtliche Ton der Kritik gegenüber "Die Stühle"? Bei näherer Überlegung zwingt sich eine einzige Reflexion auf, dass nämlich Ionescos Stück etwas enthüllt, was man nicht in sich wiedererkennen möchte, das heißt in zwei Worten, die fundamentale Greisenhaftigkeit, die nichts mit dem Alter zu tun hat und die auf einer gewissen Bewußtseinsstufe einen Zustand der menschlichen Existenz ausdrückt. Man erschafft sich neu im Namen der Ästhetik, während man in Wahrheit Angst hat vor einem Bild des Verfalls, der die Existenz zu einem Gewimmer von der Wiege bis zum Tode macht. Nun, dieses erschreckende Bild hat Ionesco in sich entdeckt und uns durch rein szenische Mittel entdecken lassen.

Arthur Adamov "Arts", Mai 1952

Ich bin auf einen Mann gestoßen, der mehr als jeder andere hellsichtig und verwirrt, aufgerüttelt und distanziert war.

André Coutin Wortmeldungen, Gespräche mit Eugène Ionesco, Seite 8